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Gemeinsam gegen Gewalt im Fußball

v.li.: Holger Müller MdL, Wilhelm Hausmann Md:, Rainer Wendt, Karl-Josef Laumann, Andrea Milz MdL, Prof. Gunter Pilz, Volker Jung MdL, Hermann Korfmacher, Rolf Seel MdL



Um über Ursachen der zunehmenden Gewalt im Fußballstadion und mögliche Handlungsoptionen zu diskutieren, hat die CDU-Landtagsfraktion zur Expertendiskussion in den Landtag eingeladen. Da es leider in den vergangenen Monaten immer wieder Gewaltvorkommnisse in und um Fußballstadien gab, hatten der Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, und der sportpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Holger Müller, diesen Fachkongress initiiert. 
Unter der Moderation der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Andrea Milz, erörtern die Experten Prof. Dr. Pilz, Gewalt- und Konfliktforscher, Hermann Korfmacher, Erster Vizepräsident der Amateure des Deutschen Fußball-Bundes, und Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, über das Thema.

Keine andere Sportart begeistert die Deutschen so sehr wie der Fußball. Das zeigt sich alleine schon daran, dass alle zwei Jahre Abertausende, mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen geschmückte Autos unser Straßenbild prägen – als Zeichen, dass die Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften die Daumen drücken. Vor allem aber zeigt es sich daran, dass jedes Wochenende Tausende Fußballbegeisterte in die Stadien der Bundesliga-Vereine strömen, um ihre Mannschaften lautstark zu unterstützen. „Das alles zeigt: Der Fußball ist in Deutschland nicht nur Sport. Er ist Kulturgut. Und es ist gut, dass es ihn gibt“, sagte Sportexperte Müller.

Der Fußball lebt dabei nicht zuletzt von der Stimmung und der unvergleichbaren Atmosphäre in den Stadien. Der weitaus größte Teil der Fans ist dabei friedlich. Er kleidet sich mit Trikot und Schal, um die Vereinsfarben hoch zu halten. Er singt die Vereinslieder und Anfeuerungsgesänge auf den Tribünen und Rängen mit – manchmal sogar bis er heiser ist. Er will im Stadion mitfiebern und mitzittern. „Diese Millionen von friedlichen Fußballfans sind das Salz in der Suppe des Fußballs, auf das die Vereine stolz sein können. Sie dürfen nicht in einen Topf geworfen werden mit einer Minderheit von Chaoten, die den Fußball für Gewalt und Randale missbrauchen wollen“, erklärte Müller: “Diese Minderheit hat es leider geschafft, in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen zu sorgen. Es darf nicht sein, dass es am Rande von Fußballspielen, ja sogar während der Fußballspiele zu gefährlichen Ereignissen kommt. Zunehmende Gewalt ist aber auch ein allgemein gesellschaftliches Problem. Der Fußball als Massenveranstalter zieht auch gewaltbereite Täter an, die dem Fußball eigentlich nicht näher verbunden sind.“

Karl-Josef Laumann hob in der Veranstaltung hervor, dass die Gewaltproblematik nur in Zusammenarbeit des organisierten Fußballs, der Politik und der verschiedenen Fangruppen gelöst werden könne: „Wir müssen hier gemeinsam nach gangbaren Wegen suchen. Dabei ist klar, dass der Staat anhaltende Gewalt in Stadien und in deren Umfeld nicht hinnehmen kann. Es muss sichergestellt sein, dass auch der Familienvater mit seinen Kindern ins Stadion gehen kann, ohne Angst vor randalierenden Chaoten haben zu müssen.“ Dabei müsse aber auch klar sein, dass man sich im Hinblick auf die organisierten Fußballfans vor Pauschalurteilen hüten müsse: „Von den Hunderttausenden, die Wochenende für Wochenende in die deutschen Stadien pilgern, ist nur ein kleiner Bruchteil gewalttätig. Das überschattet aber leider alle Fans, die in Vereinsfarben auftreten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Gewalttäter isoliert werden und nicht im Schutz des Masse abtauchen können.“

Holger Müller lobte abschließend die Arbeit der organisierten Fanprojekte: „Da wird im präventiven Bereich Hervorragendes geleistet. Deshalb unterstütze ich auch die von der Innenministerkonferenz an die Verbände gerichtete Forderung nach einer Verstärkung der Fanarbeit.“




Die Präsentation zum Impulsreferat "Fußball als Gewalt-Event" von Herrn Prof. Pilz erhalten Sie hier als download.