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Zukunft der Geburtshilfe sichern – Bedingungen für Hebammen verbessern

Zukunft der Geburtshilfe sichern – Bedingungen für Hebammen verbessern
15.09.2017 | Katharina Gebauer zur Zukunft der Geburtshilfe:
 

Zur Plenardebatte über die Zukunft der Geburtshilfe in Nordrhein-Westfalen erklärt die Abgeordnete Katharina Gebauer:
 
„Wir wollen die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit von Hebammen in Nordrhein-Westfalen, dort wo das Land Kompetenzen dafür hat, verbessern. Nur so kann die Geburtshilfe in unserem Land auf Dauer gesichert werden. Dazu gehört zuallererst, das Engagement der Hebammen anzuerkennen und zu würdigen und sich zur Wahlfreiheit für werdende Mütter zu bekennen. Auf Grundlage der Ergebnisse des Forschungsprojekts „Geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen in Nordrhein-Westfalen“ müssen Empfehlungen zur flächendeckenden Sicherstellung und Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung zu entwickeln. Die Landesregierung soll zudem ihren Einfluss auf Bundesebene nutzen, so dass dort Möglichkeiten geprüft werden, wie einem weiteren Anstieg der Versicherungsprämien zur Berufshaftpflicht entgegengewirkt werden könnte.
 
In Nordrhein-Westfalen sind mehr als 4.100 Hebammen tätig. Zumindest sind so viele im Landesverband der Hebammen organsiert. Sie gehen ihrem Beruf mit Hingabe und Überzeugung nach, um Müttern und Familien Geburten in ihrem Wunschumfeld zu ermöglichen. Damit erbringen sie einen herausragenden Beitrag für die gesamte Gesellschaft. Viele freiberuflich tätige Hebammen geben jedoch ihren Beruf auf, weil sie nicht mehr davon leben können. Durch die in Relation zur Vergütung hohen Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung wird die Tätigkeit von Hebammen zunehmend finanziell unattraktiv. Hebammen dürfen ohne eine Berufshaftpflichtversicherung nicht arbeiten. Kommt es bei der Geburt zu Komplikationen, haften Hebammen dafür – und zwar 30 Jahre lang. Dabei ist nicht die Zahl der Komplikationen mit versicherungsrechtlichen Folgen angestiegen, sondern überproportional die Kosten je Leistungsfall. Die Schadensersatzansprüche sind in die Höhe geschnellt.
 
Die Problematik betrifft auch immer mehr festangestellte Hebammen. So überlegen vor allem kleinere Krankenhäuser mit Geburtshilfestationen aus wirtschaftlichen Gründen heraus, ob sie angesichts der Entwicklung der Berufshaftpflichtbeiträge für Hebammen die Geburtshilfeleistungen noch aufrechterhalten können oder sollten.“