Florian Braun zu TOP 4 "NRW gibt Orientierung für kommunale Konzepte zur Digitalisierung in den Schulen"

16.11.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kollegin Beer,

es macht wenig Sinn etwas zu fordern, was bereits passiert:

Das Bildungsministerium ist in intensiven Gesprächen mit den Kommunen, insbesondere mit den KSV, um gemeinsame Antworten für die digitale Zukunft hinsichtlich Ausstattung und Administration der Schulen zu finden.

Und so zu tun, als würde das MSB nicht auch mit den vor- und nachgelagerten Dienstleistern sprechen, ist nahezu lächerlich.
Wir als Fraktionen tun das übrigens auch.
Ich hoffe, sie auch.
So verstehe ich zumindest den Job von Politik:
Gespräche mit den Beteiligten zu führen und Fäden zusammenzuführen.

Sie brauchen auch nicht Qualis auffordern, sich einmal mit digitaler Bildung auseinanderzusetzen.
Ich habe einmal ganz digital für sie gegooglet.
Auf der Homepage von Qualis steht auf der Unterseite „Aufgabenfelder“, ich zitiere:

„Die Qualis… berät für das MSB … zur Unterstützung der Schulen bei der Warnehmung des Bildungs- und Erziehungsauftrags … in folgenden Aufgabenfeldern: … Lehren und Lernen im digitalen Wandel, soweit diese Aufgabe nicht von der Medienberatung NRW wahrgenommen werden (das Landesinstitut Qualis und die Medienberatung stimmen sich dazu jährlich ab).“
Zitat Ende

Es wird also bereits getan, was sie sich wünschen und wird noch dazu von der Medienberatung wesentlich unterstützt, was sie in ihrem Antrag geschlabbert haben.
Absicht? Unsauber überlegt oder recherchiert? …

Natürlich liegt uns der Einzug von Digitalisierung in den Schulgebrauch und in die Lehrinhalte allesamt am Herzen.

Bei einer Fraktion bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie die Zeichen der Zeit erkannt hat, aber sonst wähne ich uns alle im selben Boot, was das Leitziel betrifft.

Die Ausgangslage ist aber so, dass die Entwicklung viel zu lange verkannt wurde.
Während Arbeitsmarkt, Forschung, Mobilitätund vielfach Gesellschaft Hightech sind, sind Schulen viel zu lange im Kreidezeitalter stecken geblieben.

Die NRW-Koalition ist mit dem Anspruch angetreten das zu ändern.

Und das passiert. Seit anderthalb Jahren. Und es passiert in diesem Moment.

Mittlerweile positiver Beitrag – der auch vollkommen offen zugegeben immerhin am Ende der rot-grünen Regierungszeit auf den Weg gebracht wurde:
Gute Schule 2020.

Kenne selber gute Beispiele. Sie sind in der Anhörung deutlich geworden.
Ich kenne sie aber auch durch zahlreiche eigene Schulbesuche.

In meiner Heimatstadt Köln z.B.: Wir haben 2000 Touch Panels genehmigt mit einem zweistelligen Mio-Betrag.
Die Käthe-Kollwitz-Realschule in Köln-Brück wird damit jedes Klassenzimmer ausstatten und sind auch heute schon in der Anwendung moderner Technik und digitaler Inhalte vorbildlich. Integration durch Deutsch-Unterricht am Tablet. Anschauliche Kurvendiskussion. UVM

Ich war noch letzten Freitag in Medebach im Hochsauerlandkreis. Der örtliche Bürgermeister Thomas Grosche konnte mir stolz und zufrieden berichten, dass er nun ALLE Klassenzimmer in ALLEN Schulen seiner Gemeinde entsprechend ausgestattet bekommt, dass die Lehrer allesamt damit arbeiten können und durchdachte Konzepte dahinterliegen.

Das ist nämlich die Voraussetzung: Konzept nach Medienkompetenzrahmen.

Glauben Sie denn, dass die Schulen und Kommunen nicht darüber untereinander kommunizieren und Erfahrungen austauschen?
Natürlich auch im ständigen Austausch mit MSB -> in beide Richtungen!

Dafür braucht es doch keine auf einzelne Kommunen festgelegte Aufforderung!
Fast schon fahrlässig, dass nur auf wenige Kommunen begrenzen zu wollen.

Ich habe eine klare Vorstellung und einen klaren Willen, wie die digitale Zukunft für unsere Schülerinnen und Schüler in NRW aussieht.
- Programmieren
- Algorithmen
- Datenanalyse
- Nutzung von Hightech-Geräten

Da werden sicherlich auch noch spannende Debatten zu Ausstattung, Inhalten, Weiterbildung der Lehrkräfte uvm. auf uns zukommen.

Und vielleicht werden wir auch über Ideen & Vorschläge des MSB noch kontrovers zu diskutieren haben.
Aber lassen sie uns diese Vorschläge doch einmal abwarten.
Das MSB hat bereits mehrfach angekündigt Ende dieses Jahres ihre Pläne zu veröffentlichen.

Ihr Auftrag jedenfalls liefert keinen Anlass, um in dieser spannenden, notwendigen Debatte voranzukommen.
Er ist schlicht überflüssig.

Die Empfehlung ist eindeutig:
Die NRW-Koalition lehnt diesen Antrag ab.

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