Gemeinsame demokratische Werte, wirtschaftliche Verbindungen, kulturelle Beziehungen und enge militärische Kooperationen: Kanada und Nordrhein-Westfalen verbindet eine enge und historisch gewachsene Partnerschaft – die besonders wichtig ist angesichts von Krisen, Kriegen und autoritären Tendenzen in der Welt. Um diese Verbindung zu vertiefen, haben die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen am heutigen Donnerstag den Antrag „Kanada und Nordrhein-Westfalen: Partnerschaft strategisch vertiefen, Zukunftskooperationen ausbauen“ in den Landtag eingebracht und beschlossen. Dazu erklären Dr. Günther Bergmann, Mitglied für die CDU-Fraktion im Ausschuss für Europa und Internationales, Josef Neumann, Mitglied für die SPD-Fraktion im Ausschuss für Europa und Internationales, und Berîvan Aymaz, Sprecherin für Europa und Internationales der Grünen Landtagsfraktion:
Dr. Günther Bergmann: „Kanada ist ein hervorragender Partner für Nordrhein-Westfalen auf ganz vielen Gebieten – sozusagen ‚North America at its best‘. Uns eint mehr als eine lange Freundschaft: nämlich das Bekenntnis zu Freiheit, Demokratie, Toleranz und offenem Handel. Diese enge Partnerschaft ist heute wichtiger denn je. Gerade in einer Zeit, in der internationale Zusammenarbeit unter Druck gerät, müssen wir unsere Verbindungen zu verlässlichen Partnern stärken. Davon profitieren beide Seiten ganz konkret: Rund 250 Unternehmen aus NRW sind in Kanada aktiv – und ebenso viele kanadische Unternehmen bei uns.
Hinzu kommen rund 60 Hochschulkooperationen sowie große Chancen für eine engere Zusammenarbeit in wichtigen Zukunftsbereichen – insbesondere bei der sicheren Versorgung mit Rohstoffen wie Seltenen Erden und im Verteidigungsbereich.
Wir wollen diese gewachsene Partnerschaft deshalb nicht nur pflegen, sondern strategisch ausbauen. Denn gemeinsam können wir wirtschaftliche Stärke sichern, Innovation voranbringen und unsere Werte selbstbewusst vertreten.“
Josef Neumann: „Angesichts der geopolitischen Lage reichen gute diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen nicht mehr aus. Wir müssen sie strategisch weiterentwickeln und auf gemeinsame Werte stützen. Und das bedeutet: In einer vernetzten, konfliktreichen und ökologisch verletzlichen Welt gemeinsam handlungsfähig zu bleiben. Kanada hat sich gerade in letzter Zeit, in der traditionelle Allianzen schwere Krisen erleben, als verlässlicher und starker Partner hervorgetan und ist uns in Europa mit großer Offenheit und Zuversicht begegnet. Das zeigt auch die Initiative seitens der EU, mit Kanada eine assoziierte Mitgliedschaft einzugehen.
Wir wollen mit unserem Antrag ein Signal der Unterstützung für diese Entwicklung aus dem Parlament in NRW senden und unsere Partnerschaft mit Kanada in entscheidenden Bereichen und Zukunftsthema nachhaltig stärken und ausbauen.“
Berîvan Aymaz: „Gerade in Zeiten geopolitischer Umbrüche brauchen wir mehr Zusammenarbeit mit Demokratien, die unsere Werte von Freiheit und Vielfalt teilen. Kanada ist für Nordrhein-Westfalen ein wichtiger Partner der Zukunft. Deshalb wollen wir die Beziehungen ausbauen. Neben der Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen wollen wir die globalen Herausforderungen unserer Zeit wie Klimawandel, Friedenssicherung und Gestaltung einer modernen Einwanderungsgesellschaft gemeinsam in den Blick nehmen. Der Vorstoß auf EU-Ebene, Kanada als erstes assoziiertes Mitglied enger an die Europäische Union zu binden, verdeutlicht das enorme Potenzial der nordrhein-westfälisch-kanadischen Beziehungen.“

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