Heike Wermer zu TOP 17 "Kultur im ländlichen Raum mit Kultur-Schecks weiter stärken"

19.03.2026

Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine Damen und Herren,

Kultur ist kein Beiwerk. Sie ist ein Kernbestandteil unseres Zusammenlebens – und gerade im ländlichen Raum unverzichtbar. Dort, wo nicht an jeder Ecke ein Museum oder eine Bühne steht, hängt kulturelles Leben fast vollständig vom Einsatz der Menschen vor Ort ab. Von Vereinen, von Initiativen, von Ehrenamtlichen, die anpacken, organisieren und Ideen Realität werden lassen. Ohne sie gäbe es viele Veranstaltungen schlicht nicht.
Genau deshalb ist es unsere Aufgabe, dieses Engagement zu unterstützen. Und zwar so, dass es hilft – und nicht neue Hürden schafft. Denn wir wissen: Mit wenigen hunderten Euro lassen sich im ländlichen Raum oft Projekte stemmen, die einen ganzen Ort bewegen. Was diese Akteure brauchen, ist kein Formularstapel, sondern eine einfache Lösung.
Darum schlagen wir die Kultur-Schecks vor: Ein digitales Instrument, mit dem kleine Kulturprojekte unkompliziert gefördert werden können. Wir haben mit den Europa-Schecks und den Heimat-Schecks bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort sieht man, wie niedrigschwellige Förderung Motivation schafft und Engagement stärkt. Genau daran knüpfen wir an.
Die Kultur-Schecks richten sich an diejenigen, die vor Ort etwas auf die Beine stellen wollen: kleine Konzertreihen, Lesungen, Ausstellungen, Theater in der Scheune oder Kooperationen zwischen Nachbarkommunen, die einfach Menschen zusammenbringen. Kultur schafft Begegnung, Identität und Gemeinschaft. Sie darf nicht an Bürokratie scheitern. Deshalb wollen wir auf komplexe Förderkriterien und Jury-Verfahren verzichten.

Wir tun das nicht isoliert. Nordrhein-Westfalen hat starke kulturpolitische Programme, die wir nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die Dritten Orte haben gezeigt, welchen Unterschied es macht, wenn man Räume schafft, die Kultur, Ehrenamt und soziale Begegnung miteinander verbinden. Viele dieser Orte sind zu festen Anlaufpunkten geworden
Ein weiteres wichtiges Instrument ist das Regionale Kulturprogramm, die sogenannten RKP-Mittel. Es fördert Kooperationen über Gemeindegrenzen hinweg, unterstützt Netzwerke und bringt Kulturprojekte zum Wachsen. Zahlreiche Festivals oder regionale Kulturreihen wären ohne diese Förderung nicht entstanden. Das RKP zeigt, wie regionale Kulturpolitik funktionieren kann: verlässlich, wirkungsvoll, nah an den Bedürfnissen vor Ort.

Genau hier setzen die Kultur-Schecks an. Sie schließen eine Lücke dort, wo kleinere Vorhaben oft durchs Raster fallen. Und sie tun das bewusst unbürokratisch. Wir starten im ländlichen Raum, weil der Bedarf dort am größten ist. Und wir werden auf Grundlage der Erfahrungen prüfen, wie das Instrument weiterentwickelt und gegebenenfalls landesweit ausgeweitet werden kann.
Mein Dank gilt an dieser Stelle auch unserer Kulturministerin Ina Brandes. Sie setzt sich konsequent dafür ein, Kultur in der Breite zu stärken und neue Wege der Unterstützung zu ermöglichen.

Liebe Kolleginnen oder Kollegen,
Kultur stiftet Zusammenhalt. Mit den Kultur-Schecks stärken wir diejenigen, die dafür Tag für Tag sorgen – vor Ort, im Ehrenamt, in unseren Gemeinden.
Ich bitte um Ihre Zustimmung zu unserem Antrag.
Vielen Dank.

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