Gegen Antisemitismus - wir schützen jüdisches Leben in NRW

03.06.2026

Integrationsministerin Verena Schäffer hat am heutigen Mittwoch den vierten Jahresbericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen, kurz RIAS, vorgestellt. Er macht deutlich: Die Zahl antisemitischer Vorfälle ist erneut gestiegen. Für 2025 wurden insgesamt 1102 antisemitische Vorfälle verzeichnet –17 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie schon in den vergangenen Jahren setzt sich damit der Trend steigender Fallzahlen fort. Besonders alarmierend ist die Schwere der Verschärfung der Vorfälle: Die Zahl der Bedrohungen stieg um 50 Prozent, die der Angriffe um 78 Prozent. Seit 2023 sind außerdem eine zunehmende Verunsicherung und wachsende Ängste in der jüdischen Bevölkerung in NRW zu beobachten. Dazu erklären Daniel Hagemeier, Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Hauptausschuss, und Dorothea Deppermann, Sprecherin für Demokratie und Verfassungsschutz der Grünen Landtagsfraktion:

Daniel Hagemeier: „Diese Zahlen sind alarmierend. Jeder einzelne antisemitische Vorfall ist ein Angriff auf unser Zusammenleben. Dass Bedrohungen und tätliche Angriffe so deutlich zunehmen, ist ein Warnsignal, das sehr ernst genommen werden muss. Jüdisches Leben gehört in die Mitte unserer Gesellschaft – sichtbar, sicher und selbstverständlich. Antisemitismus, egal aus welcher Richtung er kommt und in welcher Form er sich zeigt, ist in unserem Land inakzeptabel. Der Schutz jüdischen Lebens ist nicht verhandelbar. Die Jüdinnen und Juden in Nordrhein-Westfalen müssen sich auf den klaren Schutz durch den Rechtsstaat verlassen können. Neben deutlichen Signalen von Polizei und Justiz kommt es auf wirksame Prävention, Bildung und Zivilcourage im Alltag an. Auf Basis des RIAS-Berichts ist nun sorgfältig zu prüfen, welche weiteren Maßnahmen möglich sind, um dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenzutreten. Jüdinnen und Juden müssen in NRW jederzeit und überall frei und sicher leben können.“

Dorothea Deppermann: „Immer häufiger werden Jüdinnen und Juden angegriffen und bedroht – auf der Straße, in der Schule oder auch im Internet. Der neue Höchststand mit mehr als 1.100 antisemitischen Vorfällen im Jahr 2025 ist erschütternd. Diese Angriffe und Bedrohungen sowie Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden sind absolut inakzeptabel.
Wenn antisemitische Vorfälle Risse in das Fundament unseres Zusammenlebens schlagen, dann ist es unsere Aufgabe, diese Risse nicht nur sichtbar zu machen, sondern ihnen mit klaren Maßnahmen entgegenzutreten und die Stabilität unserer demokratischen Gesellschaft aktiv zu stärken. Als schwarz-grüne Koalition gehen wir entschieden gegen jede Form des Antisemitismus vor und bauen die Maßnahmen kontinuierlich aus: Dazu gehört beispielsweise die Stärkung von Präventionsangeboten an Schulen wie Fortbildungen für Lehrkräfte und Gedenkstättenfahrten für junge Menschen. Wir fördern die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus (SABRA) sowie die Antidiskriminierungsberatung und Intervention bei Antisemitismus und Rassismus (ADIRA), die mit ihrer wertvollen Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag sowohl bei der Unterstützung von Betroffenen als auch bei der Bildungsarbeit leisten. Die Finanzmittel für jüdische Gemeinden und den Erhalt jüdischer Friedhöfe haben wir erhöht, um jüdisches Leben sichtbar zu machen. Klar ist, wir sind als gesamte Gesellschaft gefordert, jeder Form des Antisemitismus entschieden zu widersprechen.”